Gedichte kommen durch mich, nicht von mir.


Dieses Gefühl hatte ich schon immer. Gedichte und Texte kommen von weit her und drücken sich aus durch mich.  Nie hätte ich das jemandem gesagt, weil es so entrückt tönt.  Inzwischen weiss ich, dass es vielen Menschen so geht. Ist das nun Kreativität, Inspiration oder die berühmte Muse? Für mich ist es schlicht und einfach ein Geschenk.

Yvonne Obrecht, Poetin





Ideen sind eine körperlose, energetische Lebensform. Sie existieren vollkommen unabhängig von uns, können aber mit uns interagieren.
Elizabeth Gilbert (Big Magic)

Es muss etwas ins Blickfeld kommen, bevor es da ist. Das nenne ich aus der Zukunft heraus bewegt sich etwas. Da gibt's auch eine Ursache, aber die Ursache liegt in der Zukunft, und logischerweise ist die Wirkung in der Gegenwart eher da, als die Ursache in der Zukunft zu finden ist.
Joseph Beuys

Sprache erlaubt, die Welt zu bennen und so zu besitzen, zwingt aber gleichzeitig dazu, sie dabei zu verfehlen und folglich kreativ zu verwandeln, um dieses Verpassen zu kompensieren. Sprechend kann ich die Gegenstände und die Wesen in meine eigene Stimme verwandeln und sie mir dergestalt einverleiben. Ich kann sie in meinem Mund hin und her rollen und auf meiner Zunge hüpfen lassen. Das befähigt mich, die so neu erschaffenen zweiten Körper der Dinge zu einer eigenen Erschütterung im Raum werden zu lassen. Ich kann sie in etwas Physikalisches, in Schall verwandeln, damit berührbar machen und ihnen Kraft geben, zu berühren, so wie ein hinreissender Vers, der gesprochen werden muss, um seine volle Kraft zu entfalten, den ganzen Körper ergreift und einen Schauer über die Haut schickt.
Andreas Weber (Lebendigkeit - Eine erotische Ökologie)